Die Blutkörperchen Senkungsreaktion (BSR)

Eine sehr alte Methode ist die Bestimmung der Blutsenkung, dabei misst man wie schnell die roten Blutkörper absinken. Zum Messen benutzt man ein dünnes, durchsichtiges Röhrchen mit Blut, dabei muss man das Gläschen Senkrecht hinstellen, dabei kann man sehen wie das Blut absinkt.

Dabei misst man wieviel mm die roten Blutkörpcherchen in einer Stunde abgesunken sind.Manchmal kann man dies auch erst nach 2 Stunden ablesen, was jedoch keine Zusatzinformation ist. Diese Methode gibt es in vielen Variationen. Durch gesetzt hat sich die Methode nach Westergren durchgesetzt. Sie ist meist sehr unspezifisch und der Wert bei sehr vielen ganz verschiedene Erkrankungen erhöht. Bei manchen ist die Blutsenkung etwas erhöht, ohne das man Krank ist. Diese Blutsenkungstest wird meist als Suchtest eingesetzt, denn man glaubt das eine normale Senkung viele Erkrankung sehr unwahrscheinlich macht. Das stimmt jedoch nicht ganz. Meist ist dies ein Mosaikstein der Diagnose.

Bereich Einheit
Männer < 8 mm nach 1h
Frauen < 11 mm nach 1h

Als Untergrenze wird 3mm angegeben

Bei einer Ehöhung kann es bei bestimmten Veränderungen der Eiweßkörper oder der roten Blutkörper im Blut. Es sind meist ein paar Tage abzuwarten. Auch eine Besserung erfolgt langsam und kann zu bis 6 Tagen dauern.
Erhöhung:
-Entzündungen, Infektionen
-Rheumatische Erkrankungen und Kollagenosen (Rheumatische Arthritis, Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Panarteriitis nodosa, Arteriitis Temporalis,..)
-Maligne Tumoren
-Paraproteinämien (abnorme Eiweißvermehrung im Blut bei bestimmten Formen von Blut- bzw. Lymphdrüsenkrebs, z.B. Plasmozytom oder Morbus Waldenström). Sehr starke Erhöhungen möglich.
-Eiweißverluste bei Nierenschäden (nephrotisches Syndrom)
-Herzinfarkt (nach 2-3 Tagen; kann wochenlang erhöht bleiben)
-Lungeninfarkt oder Lungenembolie
-Leberzirrhose
-Leichte Erhöhungen vor der Monatsblutung der Frau
-Einnahme der "Pille"
-Schwangerschaft
-Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie
-Blutarmut (bes. bei großzelligen Formen wie der Vit.B12/Folsäuremangel- weniger bei kleinzelligen wie der Eisenmangelanämie)
-Dextraninfusionen
Verminderung:
-Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie, Polyzythämie)-
-Formveränderungen der roten Blutkörperchen (z.B. Sichelzellanämie, Stomatozytose)
-Manche Infektionen: Typhus
-Kryoglobulinämie, angeborene Afibrinogenämie

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